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<title>Hitlerjugend</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Hitlerjugend</span></h1>
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<p>Die <b>Hitlerjugend</b><sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder <b>Hitler-Jugend</b><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (abgekürzt <b>HJ</b>) war die <a href="Nationalsozialismus" title="Nationalsozialismus">nationalsozialistische</a> <a href="Jugendverband" title="Jugendverband">Jugendorganisation</a>. Sie wurde ab 1926 nach <a href="Adolf_Hitler" title="Adolf Hitler">Adolf Hitler</a> benannt und entwickelte sich ab 1933 von einer Nachwuchsorganisation der <a href="NSDAP" class="mw-redirect" title="NSDAP">NSDAP</a> zu einer Organisation der gesamten deutschen Jugend im „<a href="Drittes_Reich" title="Drittes Reich">Dritten Reich</a>“. Sie war damit zentrales Instrument der <a href="Erziehung_im_Nationalsozialismus" title="Erziehung im Nationalsozialismus">Erziehung im Nationalsozialismus</a> und galt als eine der Organisationen, die in besonderem Maße die propagierte <a href="Volksgemeinschaft" title="Volksgemeinschaft">Volksgemeinschaft</a> verkörperten.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Nachdem sie bereits gegen Ende des <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkriegs</a> im April/Mai 1945 faktisch aufgehört hatte zu bestehen, wurde die HJ am 10. Oktober 1945 zusammen mit allen übrigen der NSDAP angeschlossenen Organisationen durch das <a href="Kontrollratsgesetz_Nr._2" title="Kontrollratsgesetz Nr. 2">Kontrollratsgesetz Nr. 2</a> verboten und aufgelöst, ihr Vermögen wurde beschlagnahmt.
</p><p>Sie gehört nach dem Recht der <a href="Deutschland" title="Deutschland">Bundesrepublik Deutschland</a> mit allen ihren Untergliederungen zu den verfassungswidrigen Organisationen im Sinne von <a href="Verbreiten_von_Propagandamitteln_verfassungswidriger_und_terroristischer_Organisationen" title="Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger und terroristischer Organisationen">§ 86 StGB</a>. Ihre Symbole und Kennzeichen unterliegen den Verboten nach <a href="Verwenden_von_Kennzeichen_verfassungswidriger_und_terroristischer_Organisationen" title="Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen">§ 86a StGB</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entwicklung_bis_1933"><span id="Vorl.C3.A4ufer"></span><span id="Vorläufer"></span> Entwicklung bis 1933</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kaiserreich">Kaiserreich</h3></div>
<p>Den historischen Hintergrund der HJ bilden Konzepte zur „Jugendpflege“ im <a href="Deutsches_Kaiserreich" title="Deutsches Kaiserreich">Kaiserreich</a>, die allgemein „Wehrertüchtigung“ und nationale Erziehung der männlichen Jugend zwischen <a href="Volksschule" title="Volksschule">Volksschule</a> und <a href="Kaserne" title="Kaserne">Kaserne</a> vorsahen und seit 1888 in Staatsgesetzen eingeführt wurden. Ende 1916 veranlasste die dritte <a href="Oberste_Heeresleitung" title="Oberste Heeresleitung">OHL</a> im Rahmen des <a href="Hindenburg-Programm" title="Hindenburg-Programm">Hindenburg-Programms</a> das teils Minderjährige betreffende <a href="Gesetz_%C3%BCber_den_vaterl%C3%A4ndischen_Hilfsdienst" title="Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst">Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst</a>. Diese militaristischen Konzepte wurden nach der <a href="Novemberrevolution" title="Novemberrevolution">Novemberrevolution</a> in Form zahlreicher „Wehrsportgruppen“ rechtsgerichteter Parteien und paramilitärischer Vereine weitergeführt. Militärische <a href="Disziplinierung" title="Disziplinierung">Disziplinierung</a> war auch üblicher Bestandteil der Aktivitäten der meisten nicht parteigebundenen Jugendorganisationen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Weimarer_Republik">Weimarer Republik</h3></div>
<p>Im März 1922 wurde der „Jugendbund der NSDAP“ als erste offizielle Jugendorganisation der Partei in <a href="M%C3%BCnchen" title="München">München</a> gegründet. Die Initiative dazu ging vom NSDAP-Mitglied <a href="Adolf_Lenk" title="Adolf Lenk">Adolf Lenk</a>, nicht von der Parteiführung aus. Der Jugendbund war untergliedert in „Jungmannschaften“ (14- bis 16-Jährige) und den „Jungsturm <a href="Adolf_Hitler" title="Adolf Hitler">Adolf Hitler</a>“ (16- bis 18-Jährige). Letzterer unterstand unmittelbar der <a href="Sturmabteilung" title="Sturmabteilung">SA</a> und galt als deren Jugendabteilung. Anfangs trugen die Jugendlichen daher die gleiche Uniform wie SA-Angehörige. Folglich wurde der Jugendbund öffentlich und innerparteilich kaum als eigenständige Organisation wahrgenommen.
</p><p>Nach dem <a href="Hitlerputsch" title="Hitlerputsch">Hitlerputsch</a> 1923 wurde die NSDAP zunächst verboten. Daraufhin löste sich der Jugendbund weitgehend auf. Nach der Wiederzulassung der Partei konkurrierten verschiedene Einzelgruppen daraus unter Decknamen um Anerkennung als Parteijugend: darunter die von <a href="Gerhard_Ro%C3%9Fbach" title="Gerhard Roßbach">Gerhard Roßbach</a> gegründete „<a href="Schilljugend" title="Schilljugend">Schilljugend</a>“. <a href="Kurt_Gruber_(Politiker)" title="Kurt Gruber (Politiker)">Kurt Gruber</a> in <a href="Plauen" title="Plauen">Plauen</a> im Vogtland gelang es 1926, einige dieser Gruppen zu vergrößern und zur „Großdeutschen Jugendbewegung“ (GDJB) zusammenzuschließen, die sich zunächst auf <a href="Sachsen" title="Sachsen">Sachsen</a> beschränkte. Nach kurzem Machtkampf setzte sich Gruber gegen Roßbach durch und erreichte, dass die GDJB als Parteijugend anerkannt wurde.
</p><p>Im Juli 1926 in <a href="Weimar" title="Weimar">Weimar</a> wurde auf dem zweiten Parteitag der NSDAP, die 1925 wiedergegründet worden war, die GDJB auf einer Sondertagung für Jugendfragen im Vereinslokal „Armbrust“ in „Hitlerjugend, Bund deutscher Arbeiterjugend“ umbenannt. Namensgeber war <a href="Hans_Severus_Ziegler" title="Hans Severus Ziegler">Hans Severus Ziegler</a>, später stellvertretender <a href="Gauleiter" class="mw-redirect" title="Gauleiter">Gauleiter</a> in <a href="Th%C3%BCringen" title="Thüringen">Thüringen</a>; <a href="Julius_Streicher" title="Julius Streicher">Julius Streicher</a> schlug den Namen erfolgreich vor. Gruber wurde zum „Reichsführer“ der HJ ernannt und in die Reichsleitung der Partei berufen.
</p><p>Die HJ war fortan die wichtigste Jugendorganisation der NSDAP, blieb aber bis 1932 der SA unterstellt. Mitglied konnte man frühestens mit 14 Jahren werden, mit 18 musste man der NSDAP bzw. (ab 1927) der SA beitreten. Alle HJ-Führer mussten sich schriftlich von NSDAP-Ortsgruppenführern bestätigen lassen. Sie leisteten anfangs keine Jugendarbeit, sondern nahmen an Straßenkämpfen und Aufmärschen der NSDAP teil. Ab 1928 veranstaltete man Heimabende, Gruppenfahrten, Ausflüge. Ab 1929 entstanden HJ-Schülergruppen, die <a href="Theodor_Adrian_von_Renteln" title="Theodor Adrian von Renteln">Adrian von Renteln</a> im <a href="Nationalsozialistischer_Sch%C3%BClerbund" title="Nationalsozialistischer Schülerbund">Nationalsozialistischen Schülerbund</a> (NSS) zusammenführte. Auch das <a href="Deutsches_Jungvolk" title="Deutsches Jungvolk">Deutsche Jungvolk</a> von 10- bis 14-Jährigen entstand damals. Die ebenfalls seit 1926 gebildeten „Schwesternschaften“ wurden 1930 in <a href="Bund_Deutscher_M%C3%A4del" title="Bund Deutscher Mädel">Bund Deutscher Mädel</a> umbenannt.
</p><p>Am 1. Mai 1931 wurde die Reichsleitung der HJ von Plauen nach München verlegt. Im Oktober 1931 wurde dort innerhalb der Obersten SA-Führung das Amt des „<a href="Reichsjugendf%C3%BChrung" title="Reichsjugendführung">Reichsjugendführers</a>“ eingerichtet und mit <a href="Baldur_von_Schirach" title="Baldur von Schirach">Baldur von Schirach</a> besetzt. Schirach, der auf dem Gründungsparteitag nur als Melder fungiert hatte, führte seit 1929 den <a href="Nationalsozialistischer_Deutscher_Studentenbund" title="Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund">Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund</a> (NSDStB), und übte sein neues Amt unter Beibehaltung seiner bisherigen Führungsposition aus. Er erhielt den Rang eines SA-Gruppenführers. Damit unterstanden die drei NS-Jugendorganisationen, HJ, Nationalsozialistischer Schülerbund und <a href="Nationalsozialistischer_Deutscher_Studentenbund" title="Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund">NSDStB</a>, nun Schirach. Der bisherige Reichsführer der HJ, Gruber, trat am 1. November 1931 von seinem Amt zurück und wurde in den Jugendausschuss der Reichsleitung der NSDAP berufen. Neuer Reichsführer der HJ wurde am 1. November 1931 Adrian von Renteln. Der bislang selbstständige Bund Deutsches Jungvolk wurde der HJ angegliedert: 15-Jährige mussten zur eigentlichen HJ, 18-Jährige weiterhin in die SA wechseln.
</p><p>Im März 1932 hob Hitler die Eingliederung der HJ in die SA auf, da der SA ein staatliches Verbot drohte. Dennoch wurde die HJ am 13. April 1932 kurzzeitig verboten, arbeitete unter der Bezeichnung NS-Jugendbewegung jedoch weiter. Schirach behauptete, in diesen Monaten habe die HJ 35.000 Mitglieder dazugewonnen. Nach Aufhebung des SA- und HJ-Verbots übernahm er die Gesamtleitung der NS-Jugendarbeit, gliederte den NS-Schülerbund in die HJ ein und zentralisierte deren Strukturen. Ab September 1932 wurden auch HJ-Betriebszellen aufgebaut.
</p><p>Beim Reichsjugendtag der HJ in <a href="Potsdam" title="Potsdam">Potsdam</a> am 1. und 2. Oktober 1932 nahmen ca. 80.000 Jugendliche teil, die sieben Stunden lang in Kolonnen an Hitler vorbeimarschierten.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die HJ wurde überraschend in den Reichsausschuss der deutschen Jugendverbände, in dem alle deutschen Jugendverbände sich freiwillig vereint hatten, aufgenommen.<sup id="cite_ref-Zentner-Großes_Lexikon_264f_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-Zentner-Großes_Lexikon_264f-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Während der <a href="Weimarer_Republik" title="Weimarer Republik">Weimarer Republik</a> verloren bei gewaltsamen politischen Auseinandersetzungen insgesamt 24 Angehörige der Hitlerjugend ihr Leben, die meisten in den Jahren nach 1930.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Darunter war auch <a href="Herbert_Norkus" title="Herbert Norkus">Herbert Norkus</a>, der am 24. Januar 1932 bei einer Werbeaktion für die NSDAP in <a href="Berlin-Moabit" title="Berlin-Moabit">Berlin-Moabit</a> von <a href="Kommunistische_Partei_Deutschlands" title="Kommunistische Partei Deutschlands">Kommunisten</a> getötet wurde. In der Folgezeit wurde er von den Nationalsozialisten als „Vorbild für den kämpferischen Einsatz der Hitler-Jugend“ und als „<a href="Blutzeuge_(Nationalsozialismus)" title="Blutzeuge (Nationalsozialismus)">Blutzeuge</a> der Bewegung“ gefeiert. 1933 entstand der <a href="Propagandafilm" title="Propagandafilm">Propagandafilm</a> „<a href="Hitlerjunge_Quex" title="Hitlerjunge Quex">Hitlerjunge Quex</a>“, der Norkus’ Schicksal verklärt.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entwicklung_ab_1933">Entwicklung ab 1933</h2></div>

<p>Seit Hitlers <a href="Machtergreifung" title="Machtergreifung">Machtübernahme</a> am 30. Januar 1933 gab es eine Propagandakampagne für den Einritt in die HJ. Geworben wurde mit <a href="Fahrt_(Jugendbewegung)" title="Fahrt (Jugendbewegung)">Fahrten</a> und <a href="Zeltlager" title="Zeltlager">Zeltlagern</a>. Die Reiter-, Motor-, Flieger-, <a href="Marine-HJ" title="Marine-HJ">Marine</a>-, <a href="Nachrichten-HJ" title="Nachrichten-HJ">Nachrichten-HJ</a> und weitere Sondereinheiten sprachen die technisch begabten und sportlichen Jugendlichen an; für künstlerisch Talentierte gab es Fanfarenzüge und <a href="Spielschar_(Hitlerjugend)" title="Spielschar (Hitlerjugend)">Spielscharen</a>. Feiern wie zur <a href="Sonnenwende" title="Sonnenwende">Sommersonnenwende</a> oder zum Gedenken an die „Märtyrer der Bewegung“ versprachen Gemeinschaftserlebnisse.
</p><p>Am 5. April 1933 besetzte die HJ unter Schirach die Geschäftsstelle des Reichsausschusses der deutschen Jugendverbände. Daraufhin ernannte Hitler ihn am 17. Juni zum „Jugendführer des Deutschen Reiches“. Schirach führte den Reichsausschuss noch bis zum 22. Juli 1933 fort und berief die entmachteten Verbandsführer in einen „Jugendrat“. Einige hatten zwar gegen die Besetzung protestiert, ließen sich aber nun auf Schirachs Berufung ein, darunter <a href="Erich_Stange" title="Erich Stange">Erich Stange</a> für den Reichsverband der evangelischen Jungmännerbünde und die Vertreter des <a href="Katholischer_Jungm%C3%A4nnerverband" title="Katholischer Jungmännerverband">Katholischen Jungmännerverbands</a> und der Wehrverbands-Jugend.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Nach dem Verbot aller politischen Parteien außer der NSDAP im Juli 1933 forderte Schirach auch die <a href="Gleichschaltung" title="Gleichschaltung">Gleichschaltung</a> der Jugendverbände: „Wie die NSDAP nunmehr die einzige Partei ist, so muß die HJ die einzige Jugendorganisation sein.“<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Durch Verbot, Auflösung, Selbstauflösung, Übertritt und Übernahme anderer Jugendverbände – unter den ersten der <a href="Gro%C3%9Fdeutscher_Bund" title="Großdeutscher Bund">Großdeutsche Bund</a> – wuchs die HJ stetig. Das Amt des Reichsjugendführers wurde zu einer „Obersten Reichsbehörde“, in der staatliche Jugendpolitik und HJ-Leitung vereint waren. Schirach führte es bis 1940, ihm folgte <a href="Artur_Axmann" title="Artur Axmann">Artur Axmann</a>. Wer der HJ nicht beitrat, zählte als Außenseiter. Beamte wurden dazu verpflichtet, ihre Kinder in die HJ zu schicken.
</p><p>Dem Versuch einer Eingliederung der evangelischen Jugendverbände kamen diese großenteils durch ihre Selbstauflösung zuvor. Die missglückte Gleichschaltung der evangelischen Jugend verschärfte in einigen Landeskirchen den <a href="Kirchenkampf" title="Kirchenkampf">Kirchenkampf</a> innerhalb der <a href="Deutsche_Evangelische_Kirche" title="Deutsche Evangelische Kirche">Deutschen Evangelischen Kirche</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Funktion">Funktion</h2></div>
<p>Die HJ war das Kernelement eines umfassenden Programms zur organisatorischen Erfassung, Kontrolle und Indoktrination der jungen Generation. Hitler selbst hat dieses Programm am 2. Dezember 1938 in einer vielzitierten Rede in <a href="Liberec" title="Liberec">Reichenberg</a> (<a href="Sudetenland" title="Sudetenland">Sudetenland</a>) unter dem Jubel der angetretenen Jugendlichen unverblümt formuliert:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes als deutsch denken, deutsch handeln, und wenn diese Knaben mit zehn Jahren in unsere Organisation hineinkommen, und dort oft zum ersten Mal überhaupt eine frische Luft bekommen und fühlen, dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitler-Jugend, und dort behalten wir sie wieder vier Jahre. Und dann geben wir sie erst recht nicht wieder zurück in die Hände unserer alten Klassen- und Standeserzeuger, sondern dann nehmen wir sie sofort in die Partei, in die <a href="Deutsche_Arbeitsfront" title="Deutsche Arbeitsfront">Arbeitsfront</a>, in die SA oder in die SS, in das <a href="Nationalsozialistisches_Kraftfahrkorps" title="Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps">NSKK</a> und so weiter. Und wenn sie dort zwei Jahre oder anderthalb Jahre sind und noch nicht ganze Nationalsozialisten geworden sein sollten, dann kommen sie in den Arbeitsdienst und werden dort wieder sechs und sieben Monate geschliffen … Und was dann … an Klassenbewusstsein oder Standesdünkel da oder da noch vorhanden sein sollte, das übernimmt dann die <a href="Wehrmacht" title="Wehrmacht">Wehrmacht</a> zur weiteren Behandlung auf zwei Jahre (Beifall), und wenn sie … zurückkehren, dann nehmen wir sie, damit sie auf keinen Fall rückfällig werden, sofort wieder in die SA, SS und so weiter, und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben! (Beifall).“<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ideologische_Ausrichtung">Ideologische Ausrichtung</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Formationserziehung">Formationserziehung</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Formationserziehung" title="Formationserziehung">Formationserziehung</a></i></div>

<p>„Der nationalsozialistische Staat verstand sich als die Verkörperung des ‚jungen‘ Deutschland“ und „sah in der Jugend den wichtigsten Träger einer politisch-soldatischen Zukunftsgestaltung“.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die HJ sollte die Jugendlichen frühzeitig auf die ihnen zugedachte Rolle als nationale Rasseelite vorbereiten, sollte dazu anhalten, alles Schwache zu verachten und „auszumerzen“, und hatte die vielseitige Einsetzbarkeit der Heranwachsenden im Krieg vorzubereiten.
</p><p>Der autoritätshörigen Gesamtausrichtung des NS-Staates entsprechend hatten Hitlers „Führerworte“ auch in der Erziehung richtungweisendes Gewicht. Bereits in seiner während der Landsberger Festungshaft angelegten Schrift <i><a href="Mein_Kampf" title="Mein Kampf">Mein Kampf</a></i>, die dann später den Brautpaaren zur Eheschließung übereignet wurde, hatte Hitler sein Erziehungsideal entwickelt. Demnach sollte ein körperlich und geistig „unverdorbenes Geschlecht“ herangezogen werden, „das bewußt wieder zurückfindet zum primitiven <a href="Instinkt" title="Instinkt">Instinkt</a>“ und das alles zu bekämpfen hatte, was nach Hitlers Vorstellungen in der abendländisch-christlich geprägten <a href="Zivilisation" title="Zivilisation">Zivilisation</a> zu „Verweichlichung“ und „Zersetzung“ des nationalen Selbstbehauptungswillens geführt hatte.
</p>

<p>In Massenveranstaltungen verkündete Hitler seine Erziehungsziele propagandistisch-bildhaft. So forderte er in seiner Rede vom 14. September 1935 vor rund 50.000 HJ-Jungen im Nürnberger Stadion, sie sollten „flink wie die Windhunde, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl“ sein:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Es wird nichts im Völkerleben geschenkt; alles muß erkämpft und erobert werden. […] Ihr müßt lernen, hart zu sein, Entbehrungen auf euch zu nehmen, ohne jemals zusammenzubrechen.“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Ein körperlicher Aktivismus gehörte zu den vorrangigen Merkmalen der Erziehung und sollte den jugendlichen Betätigungsdrang zweckgerichtet kanalisieren. Mit einem Großangebot an verschiedensten Wettkämpfen und Leistungsabzeichen wurde die „Auslese der Tüchtigsten“ gefördert und eine kämpferische Haltung zur Pflicht gemacht. „Nur Kampf und Sieg“, heißt es in der Dissertation eines HJ-Führers, „gibt dem Einzelnen wie auch dem ganzen Volk Stolz und Selbstvertrauen gegenüber seinen Widersachern.“<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im HJ-Organisationsrahmen wurde dieses Leistungs- und Ausleseprinzip in einem sehr ausgeprägten System von Rangstufen, Beförderungen und Rangabzeichen zur Wirkung gebracht. Nach <a href="Arno_Kl%C3%B6nne" title="Arno Klönne">Arno Klönne</a> ergab sich aus der Linie „Aktivismus–Leistung–Kampf–Sport–Körperertüchtigung“ zugleich der Zugang zur <a href="Biologismus" title="Biologismus">biologistischen</a> Weltanschauung des NS in Gestalt der <a href="Rassentheorie" title="Rassentheorie">Rassenlehre</a>.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auf geistige Bildung im herkömmlichen Sinn wurde dagegen in der NS-Erziehung wenig Wert gelegt. Die Stoßrichtung war vielmehr antiintellektuell. Es gehe nicht an, hatte Hitler bereits in <i>Mein Kampf</i> gemeint, die jungen Gehirne mit unnötigem Ballast zu beladen. Die Schule, schrieb er, müsse „unendlich mehr Zeit freimachen für die körperliche Ertüchtigung.“ Vor allem das <a href="Boxen" title="Boxen">Boxen</a> dürfe nicht vergessen werden. Geschult und entwickelt würden dadurch Angriffsgeist, blitzschnelle Entschlusskraft und stählerne Geschmeidigkeit. „Das mag in den Augen unserer heutigen Geisteskämpfer natürlich als wild erscheinen. Doch hat der völkische Staat eben nicht die Aufgabe, eine Kolonie friedsamer Ästheten und körperlicher Degeneraten aufzuziehen.“<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dass diese Ziele unerwünschte Folgen hatten, geht aus dem „ganz niederschmetternden“ Urteil nach einer 1942 stattgefundenen Musterung des Jahrgangs 1925 im fränkischen Bezirk <a href="Ebermannstadt" title="Ebermannstadt">Ebermannstadt</a> hervor:<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Es scheint doch so zu sein, daß unmittelbar nach der nationalen Erhebung die Schulkinder vor lauter Schulferien, Staatsjugendtagen (schulfreie Sonnabende), freien Ganztagen und Halbtagen, beschränkten Stundenzahlen, sportlichen Veranstaltungen, Wanderungen, Beurlaubungen, Durchführung von Sammlungen usw. gar nicht mehr dazu gekommen sind, in erster Linie einmal richtig Schreiben und Rechnen usw. zu lernen.“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Das der HJ verordnete nationalsozialistische Erziehungsleitbild bedeutete eine vollständige Abkehr von den seit der <a href="Aufkl%C3%A4rung" title="Aufklärung">Aufklärung</a> auch in Deutschland wirksamen freiheitlichen Traditionssträngen, die unter anderem in den <a href="Reformp%C3%A4dagogik" title="Reformpädagogik">reformpädagogischen</a> Ansätzen der <a href="Weimarer_Republik" title="Weimarer Republik">Weimarer Republik</a> noch vielfältig zur Entfaltung gekommen waren. In der HJ dagegen ging es um den Kampf gegen alles, was als „undeutsch“ und „unsoldatisch“ galt, darunter die Werte des <a href="Humanismus" title="Humanismus">Humanismus</a>, die allgemeinen <a href="Menschenrechte" title="Menschenrechte">Menschenrechte</a> und die <a href="Demokratie" title="Demokratie">Demokratie</a>. Der kulturelle Bruch hatte neben der innergesellschaftlichen auch eine gezielt <a href="Antikommunismus" title="Antikommunismus">antibolschewistische</a> und <a href="Westliche_Welt" title="Westliche Welt">antiwestliche</a> Stoßrichtung. Diese betraf im Allgemeinen das „dekadente <a href="Weltjudentum" title="Weltjudentum">internationale Judentum</a>“, führte aber auch speziell zur Abgrenzung etwa von als „<a href="Entartete_Kunst" title="Entartete Kunst">Entartete Kunst</a>“, apostrophierten <a href="US-amerikanischer_Film" title="US-amerikanischer Film">amerikanischen Filmen</a>, vom <a href="Jazz" title="Jazz">Jazz</a> und von <a href="Moderne_Kunst" title="Moderne Kunst">modernen Kunstformen</a>.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Fahnenlied">Fahnenlied</h3></div>
<p>Das von <a href="Baldur_von_Schirach" title="Baldur von Schirach">Baldur von Schirach</a> getextete und von <a href="Hans-Otto_Borgmann" title="Hans-Otto Borgmann">Hans-Otto Borgmann</a> vertonte Lied „<a href="Vorw%C3%A4rts!_Vorw%C3%A4rts!_schmettern_die_hellen_Fanfaren" title="Vorwärts! Vorwärts! schmettern die hellen Fanfaren">Vorwärts! Vorwärts! schmettern die hellen Fanfaren</a>“ fungierte in dem Propagandafilm <i>Hitlerjunge Quex</i> von 1933 als Filmmusik und verbreitete sich so in der HJ, nicht zuletzt, weil alle Einheiten per Anordnung der Reichsjugendführung angehalten waren, den Film zu sehen.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Refrain musste mit zum <a href="Hitlergru%C3%9F" title="Hitlergruß">Hitlergruß</a> erhobenem Arm gesungen werden.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-NS-Dokuzentrum_21-0" class="reference"><a href="#cite_note-NS-Dokuzentrum-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Flaggen_der_Hitlerjugend" title="Flaggen der Hitlerjugend">Flaggen der Hitlerjugend</a></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gelöbnisformel"><span id="Gel.C3.B6bnisformel"></span>Gelöbnisformel</h3></div>
<p>Beim Übertritt von Jungvolk bzw. Jungmädelbund in HJ und BDM im Alter von 14 Jahren lautete das <a href="F%C3%BChrereid" title="Führereid">Gelöbnis</a>:<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-NS-Dokuzentrum_21-1" class="reference"><a href="#cite_note-NS-Dokuzentrum-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Ich gelobe, dem Führer Adolf Hitler treu und selbstlos in der Hitlerjugend zu dienen. Ich gelobe, mich allezeit einzusetzen für die Einigkeit und Kameradschaft der deutschen Jugend. Ich gelobe Gehorsam dem Reichsjugendführer und allen Führern der HJ. Ich gelobe bei unserer heiligen Fahne, daß ich immer versuchen will, ihrer würdig zu sein, so wahr mir Gott helfe!'“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gesetzliche_Regelung">Gesetzliche Regelung</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gesetz_über_die_Hitlerjugend_1936"><span id="Gesetz_.C3.BCber_die_Hitlerjugend_1936"></span>Gesetz über die Hitlerjugend 1936</h3></div>


<p>Der von Hitler am 17. Juni 1933 zum „Jugendführer des Deutschen Reiches“ ernannte Baldur von Schirach führte im selben Jahr einen wöchentlichen „<a href="Staatsjugendtag" title="Staatsjugendtag">Staatsjugendtag</a>“ am Samstag ein, an dem sämtliche Mitglieder von Jungvolk und Jungmädeln für den HJ-Dienst vom Schulunterricht befreit waren. So wurden als Nebenfolge die Nichtmitglieder angereizt und sozial unter Druck gesetzt, ebenfalls in die HJ einzutreten.
</p><p>Am 1. Dezember 1936 wurde das <i>Gesetz über die Hitler-Jugend</i> erlassen (<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Deutsches_Reichsgesetzblatt_36T1_113_0993.jpg" class="extiw external" title="c:File:Deutsches Reichsgesetzblatt 36T1 113 0993.jpg">Reichsgesetzblatt 1936, S. 993</a>):
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Von der Jugend hängt die Zukunft des deutschen Volkes ab. Die gesamte deutsche Jugend muß deshalb auf ihre künftigen Pflichten vorbereitet werden. Die Reichsregierung hat daher das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird.
</p>
<dl><dd>§&nbsp;1 Die gesamte deutsche Jugend innerhalb des Reichsgebietes ist in der Hitlerjugend zusammengefaßt.</dd></dl>
<dl><dd>§&nbsp;2 Die gesamte deutsche Jugend ist außer in Elternhaus und Schule in der Hitlerjugend körperlich, geistig und sittlich im Geiste des Nationalsozialismus zum Dienst am Volk und zur Volksgemeinschaft zu erziehen.</dd></dl>
<dl><dd>§&nbsp;3 Die Aufgabe der Erziehung der gesamten deutschen Jugend in der Hitlerjugend wird dem <a href="Reichsjugendf%C3%BChrung" title="Reichsjugendführung">Reichsjugendführer</a> der <a href="NSDAP" class="mw-redirect" title="NSDAP">NSDAP</a> übertragen. (...) Er ist dem Führer und Reichskanzler unmittelbar unterstellt.</dd></dl>
<dl><dd>§&nbsp;4 Die zur Durchführung dieses Gesetzes erforderlichen Bestimmungen erlässt der Führer und Reichskanzler.“</dd></dl>
</blockquote>
</div></div>
<p>Damit wurde die HJ für alle deutschen Jugendlichen ab dem 10. Lebensjahr zur einzigen Erziehungsinstitution neben Familie und Schule.<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Anderen Organisationen – auch den kirchlichen – wurde die herkömmliche Jugendarbeit unmöglich gemacht. Die HJ wuchs dadurch bis 1938 auf sieben Millionen Jugendliche. Der Staatsjugendtag wurde wieder aufgehoben, weil eine nur noch fünftägige Schulwoche Nachteile mit sich brachte. Der Schulunterricht am Samstag wurde stattdessen auf vier Schulstunden begrenzt. Nun wurden immer mehr Dienstpflichten für HJ-Angehörige eingeführt, darunter ein „Landjahr“, ein „Arbeitsjahr“ und ein „Pflichtjahr für Mädchen“ im Alter wehrpflichtiger Männer.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Durchführungsverordnungen_vom_25._März_1939"><span id="Durchf.C3.BChrungsverordnungen_vom_25._M.C3.A4rz_1939"></span>Durchführungsverordnungen vom 25. März 1939</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Allgemeine_Bestimmungen">Allgemeine Bestimmungen</h4></div>
<p>Die Erste Durchführungsverordnung Hitlers<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> enthielt allgemeinen Bestimmungen. Für alle Aufgaben der Erziehung außerhalb von Schule und Elternhaus war danach der Reichsjugendführer zuständig.
</p><p>Es wurde eine formale Unterscheidung zwischen einer allgemeinen Hitlerjugend und einer „Stamm-Hitler-Jugend“ eingeführt. Wer zum Stichtag des 20. April 1938 bereits der Hitler-Jugend angehört hatte, galt als „freiwilliges und politisch interessiertes Mitglied“ und wurde ohne weiteres der „Stamm-Hitler-Jugend“ zugerechnet, die als Gliederung der NSDAP geführt wurde und aus der die zukünftige Führerschaft rekrutiert werden sollte.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Andere Jugendliche, die sich mindestens ein Jahr in der Hitlerjugend gut geführt hatten und ihrer Abstammung nach die Voraussetzungen erfüllten, konnten sich freiwillig um Aufnahme in die „Stamm-Hitler-Jugend“ bemühen. Die Mitglieder der Hitler-Jugend waren berechtigt und – soweit angeordnet – verpflichtet, die vorgeschriebene Uniform zu tragen.
</p><p>Der „Dienst“ der Angehörigen der Stamm-Hitler-Jugend und der allgemeinen Hitlerjugend fand in derselben Einheit statt, der einzige Unterschied war der Status des jeweiligen Mitglieds.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Mitglieder der HJ waren berechtigt und auf Anordnung verpflichtet, die vorgeschriebene Uniform zu tragen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Jugenddienstverordnung">Jugenddienstverordnung</h4></div>
<p>Die Zweite Durchführungsverordnung war die <i>Jugenddienstverordnung</i>.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Alle Jungen und Mädchen waren danach zum „Ehrendienst am deutschen Volke“ in der HJ verpflichtet und unterstanden fortan einer „öffentlich-rechtlichen Erziehungsgewalt“ der Reichsjugendführung.
</p><p>Alle Kinder mussten bis zum 15. März des Kalenderjahres, in dem sie das 10. Lebensjahr vollenden, von ihrem gesetzlichen Vertreter bei dem zuständigen HJ-Führer zur Aufnahme in die Hitler-Jugend angemeldet werden (<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Deutsches_Reichsgesetzblatt_39T1_066_0711.jpg" class="extiw external" title="c:File:Deutsches Reichsgesetzblatt 39T1 066 0711.jpg">§&nbsp;9 der VO</a>). Die Aufnahme erfolgte dann zum 20. April eines jeden Jahres („<a href="F%C3%BChrergeburtstag" title="Führergeburtstag">Führergeburtstag</a>“). Das vorsätzliche Zuwiderhandeln gegen die Anmeldepflicht wurde auf Antrag des Jugendführers mit Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark (damals ca. ein durchschnittliches Monatsgehalt) oder mit Haft bestraft. Alle Jugendlichen vom 10. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr waren nach der Aufnahme verpflichtet, in der Hitler-Jugend Dienst zu tun (in der Regel zweimal in der Woche). Dazu konnten sie durch die zuständige Ortspolizeibehörde gezwungen werden (<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Deutsches_Reichsgesetzblatt_39T1_066_0712.jpg" class="extiw external" title="c:File:Deutsches Reichsgesetzblatt 39T1 066 0712.jpg">§&nbsp;12 der VO</a>). Zur Jugenddienstpflicht zählte ab einem Erlass des Reichsjugendführers vom 27. Mai 1942 auch die Teilnahme an <a href="Wehrert%C3%BCchtigungslager" title="Wehrertüchtigungslager">Wehrertüchtigungslagern</a> für Jungen.
</p><p>Die zehn- bis vierzehnjährigen Jungen (<i><a href="Pimpf" title="Pimpf">Pimpfe</a></i>) taten Dienst im „Deutschen Jungvolk“ (DJ), die Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren in der „Hitler-Jugend“ (HJ). Die Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren dienten im „Jungmädelbund“ (JM), die Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren im „Bund Deutscher Mädel“ (BDM).
</p><p>Bestimmte Kinder waren hiervon allerdings ausgenommen; wer des Dienstes unwürdig oder für den Dienst in der HJ untauglich war, konnte ganz oder teilweise vom Dienst befreit oder zurückgestellt werden. Insgesamt wurden mit Einführung der Pflichtmitgliedschaft nochmals 1,7 Millionen Jugendliche zusätzlich in der HJ erfasst.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Jugenddienstpflicht wurde zwar nicht überall vollkommen durchgesetzt, aber Verweigerer und ihre Eltern mussten neben den gesetzlich vorgesehenen Sanktionen auch mit erheblichen Benachteiligungen in Schule und Beruf rechnen. So war z.&nbsp;B. für Jugendliche, die höhere staatliche Schulen besuchten, oder für Jugendliche, die selbst oder deren Eltern im Öffentlichen Dienst beschäftigt waren, eine Verweigerung nahezu unmöglich.<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Juden im Sinne der Ersten Durchführungsverordnung zum <a href="Reichsb%C3%BCrgergesetz" title="Reichsbürgergesetz">Reichsbürgergesetz</a> (Kinder mit mindestens zwei jüdischen Großelternteilen) waren nach § 7 der Jugenddienstverordnung von der Zugehörigkeit zur Hitlerjugend ausgeschlossen. Zugleich wurden Kinder von „rassisch wertvollen, eindeutschungsfähigen nichtdeutschen Familien“ aufgenommen, die eine deutsche Staatsangehörigkeit auf Widerruf bekommen hatten.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Mitgliederzahlen">Mitgliederzahlen</h2></div>
<p>Die Angaben zu den Mitgliederzahlen und dem Erfassungsgrad gehen in der Literatur auseinander. Dies liegt unter anderem daran, dass die offiziellen Zahlen mit Vorsicht zu genießen sind, da „die Reichsjugendführung (RJF) mit der Veröffentlichung solcher Daten primär propagandistische Ziele verfolgte“<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Der Historiker <a href="Michael_Buddrus" title="Michael Buddrus">Michael Buddrus</a> geht bei seinen Berechnungen von einem Wert von 108.000 Mitgliedern Ende 1932 aus, der bis zur Einführung der Jugenddienstpflicht auf 8,7 Mio. steigt. Dies entspricht rund 85&nbsp;% aller 10- bis 18-Jährigen.<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Buddrus berücksichtigt dabei auch die Erfassung der Jugend in den ans Reich angeschlossenen Gebieten Österreich (März 1938), <a href="Sudetenland" title="Sudetenland">Sudetenland</a> (September 1939) und <a href="Protektorat_B%C3%B6hmen_und_M%C3%A4hren" title="Protektorat Böhmen und Mähren">Reichsprotektorat Böhmen und Mähren</a> (März 1939). Der Historiker Gerhard Rempel geht dagegen von nur 2,0 Mio. Mitgliedern Ende 1933 aus, wobei er aber auch auf einen Erfassungsgrad von rund 30&nbsp;% kommt. 1937 habe die Mitgliederzahl 5,4 Mio. (65&nbsp;%) betragen und sei bis 1940 auf 7,2 Mio. (82&nbsp;%) gestiegen, womit beim Endstand schon die Jugenddienstpflicht berücksichtigt sein muss.<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<table class="wikitable">
<caption>Mitgliederzahlen und Erfassungsgrad der HJ
</caption>
<tbody><tr>
<th>Jahr
</th>
<th>Anzahl
</th>
<th>Grad
</th></tr>
<tr>
<td>Ende 1932
</td>
<td>108.000
</td>
<td>1,4&nbsp;%
</td></tr>
<tr>
<td>Ende 1933
</td>
<td>2,23 Mio.
</td>
<td>30,4&nbsp;%
</td></tr>
<tr>
<td>Ende 1934
</td>
<td>3,58 Mio.
</td>
<td>46,6&nbsp;%
</td></tr>
<tr>
<td>Ende 1935
</td>
<td>3,94 Mio.
</td>
<td>48,2&nbsp;%
</td></tr>
<tr>
<td>Ende 1936
</td>
<td>5,44 Mio.
</td>
<td>62,8&nbsp;%
</td></tr>
<tr>
<td>Ende 1937
</td>
<td>5,88 Mio.
</td>
<td>64,9&nbsp;%
</td></tr>
<tr>
<td>Ende 1938
</td>
<td>7,03 Mio.
</td>
<td>77,2&nbsp;%
</td></tr>
<tr>
<td>Mai 1939
</td>
<td>8,70 Mio.
</td>
<td>85,1&nbsp;%
</td></tr></tbody></table>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Dienstpflichten">Dienstpflichten</h2></div>
<p>Die seit März 1939 gesetzlich vorgeschriebene „Jugenddienstpflicht“ verpflichtete alle Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren, in die für sie vorgesehene Unterorganisation der HJ einzutreten,<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wo an zwei Tagen pro Woche „Dienst“ zu leisten war.
</p><p>Im Mittelpunkt der nach dem „<a href="F%C3%BChrerprinzip" title="Führerprinzip">Führerprinzip</a>“ geordneten Organisationen stand die körperliche und ideologische Schulung; sie umfasste <a href="Rassismus" title="Rassismus">rassistische</a> und <a href="Sozialdarwinismus" title="Sozialdarwinismus">sozialdarwinistische</a> <a href="Indoktrination" title="Indoktrination">Indoktrination</a> und gemeinsame Wanderungen bzw. Märsche und körperliche Übungen im Freien. Diese sollten schon die zehnjährigen männlichen Jugendlichen abhärten und langfristig auf den <a href="Wehrdienst" title="Wehrdienst">Kriegsdienst</a> vorbereiten: „Was sind wir? <a href="Pimpf" title="Pimpf">Pimpfe</a>! Was wollen wir werden? Soldaten!“<sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das Einüben von Befehl und Gehorsam, Kameradschaft, Disziplin und Selbstaufopferung für die „Volksgemeinschaft“ gehörte zu den vorrangigen Erziehungszielen. Im <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieg</a> versahen HJ-Einheiten soziale, polizeiliche und militärische Hilfsdienste. Ab Anfang 1943 wurden sie teils als <a href="Flakhelfer" title="Flakhelfer">Flakhelfer</a> eingesetzt, in den letzten Wochen des Krieges auch im <a href="Volkssturm" title="Volkssturm">Volkssturm</a>; viele der Jungen fielen dabei. Auch unter den Jugendlichen, die in die eigens für sie eingerichtete <a href="12._SS-Panzer-Division_%E2%80%9EHitlerjugend%E2%80%9C" title="12. SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“">SS-Division „Hitlerjugend“</a> eingezogen wurden, kam es zu hohen Verlusten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Heimnachmittage">Heimnachmittage</h3></div>

<p>Der allgemeine Dienstplan sah bis zum Krieg einen je zweistündigen „Heimnachmittag“&nbsp;– immer mittwochs&nbsp;– und „Sportnachmittag“&nbsp;– oft samstags&nbsp;– für Jungvolk und Jungmädel vor, ab 14 Jahren entsprechende „Heim- und Sportabende“. Die Heimnachmittage und -abende dienten der „<a href="Weltanschauung#Im_Nationalsozialismus" title="Weltanschauung">weltanschaulichen Schulung</a>“.
</p><p>Hier wurden zentrale Bereiche der nationalsozialistischen Ideologie behandelt. Dafür gab die Reichsjugendführung für alle vier HJ-Gliederungen Schulungshefte heraus: „Die Jungenschaft“ (Jungvolk), „Die Kameradschaft“ (HJ), „Die Jungmädelschaft“ (Jungmädelbund) und „Die Mädelschaft“ (BDM). Die Mappen trugen Titel wie „Der Weg nach Osten“, „Die Reinerhaltung des Blutes“, „Brandstifter Jude“, „Auf den Bauern steht die Nation“, „Deutschland ist größer“ und „Kampf dem Weltfeind Bolschewismus“.
</p><p>Außerdem wurde auf den Heimnachmittagen und -abenden vorgelesen, gewerkt und gebastelt (unter anderem für das <a href="Winterhilfswerk_des_Deutschen_Volkes" title="Winterhilfswerk des Deutschen Volkes">Winterhilfswerk</a>) und insbesondere bei den Mädchen viel gesungen. Die Lieder dienten dabei allerdings nicht nur der Unterhaltung, sondern waren auch ein wichtiges Instrument zur Indoktrination.<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Einmal im Monat musste jede der vier HJ-Gliederungen in Uniform zu einem „Gruppenappell“ antreten, bei dem Dienstanweisungen weitergegeben wurden. Die Jugendlichen in Sondereinheiten wie dem HJ-Streifendienst mussten zusätzlich einen Abend für die fachliche Schulung und einen Sonntag für praktische Dienste aufbringen. Ebenfalls einmal monatlich ging jede Gruppe der vier Hauptgliederungen auf <a href="Fahrt_(Jugendbewegung)" title="Fahrt (Jugendbewegung)">Fahrt</a>. Auf dem Tagesplan der Zeltlager standen <a href="Exerzieren" title="Exerzieren">Exerzieren</a>, jede Art von Sport, Schießübungen, Fahnenappelle und Geländemärsche. Hinzu kamen schon für das Jungvolk „Gelände-“ und „Schießdienst“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sport">Sport</h3></div>
<p>Eine der Hauptaufgaben der HJ bildete die „Körperertüchtigung“ der Jugend. Für den Sport wurde von 1934 bis 1936 der „Staatsjugendtag“ am Samstag eingerichtet, an dem die HJ-Angehörigen schulfrei bekamen.
</p><p>Seit 1934 führte die HJ den zweistündigen wöchentlichen schulischen Pflichtsport für Jugendliche durch. Im selben Jahr wurde die Mitgliedschaft in einem Sportverein an die Mitgliedschaft in der HJ gebunden, was der HJ viele neue Mitglieder bescherte. Zum 1. August 1936 (dem Tag der Eröffnung der <a href="Olympische_Spiele" title="Olympische Spiele">Olympischen Spiele</a>) übernahm sie den gesamten außerschulischen freiwilligen Sport der 10- bis 14-Jährigen, indem sie die Jugendabteilungen der im <a href="Nationalsozialistischer_Reichsbund_f%C3%BCr_Leibes%C3%BCbungen" title="Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen">Reichsbund für Leibesübungen</a> organisierten Sportvereine auflöste.
</p><p>Mit dem „Gesetz über die Hitler-Jugend“ erklärte sie sich im Dezember 1936 auch für den Leistungssport zuständig und richtete fortan sämtliche Jugendsportwettkämpfe aus. Die Jugendabteilungen des Reichsbundes wurden nun von HJ-Führern geleitet und sicherten den Sportvereinen den Nachwuchs. Durch den Vertrag mit dem Reichssportführer <a href="Hans_von_Tschammer_und_Osten" title="Hans von Tschammer und Osten">Hans von Tschammer und Osten</a> wurde sichergestellt, dass auch die sportliche Jugendarbeit nicht zu kurz kam, indem die Übungsleitertätigkeit nun als Parteidienst anerkannt wurde. Bei den Wettkämpfen starteten die Sportler jedoch zunächst weiter in ihren bisherigen und nicht in HJ-Trikots, da dies für die Mannschaftssportarten anders nicht zu organisieren war.<sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Große Teilnehmerzahlen fanden jährliche Wettkämpfe wie der Reichssportwettkampf und der <a href="Reichsberufswettkampf" title="Reichsberufswettkampf">Reichsberufswettkampf</a> für Lehrlinge aller Berufssparten.<sup id="cite_ref-40" class="reference"><a href="#cite_note-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Arbeitseinsätze"><span id="Arbeitseins.C3.A4tze"></span>Arbeitseinsätze</h3></div>

<p>Auch mit Ernteeinsätzen sowie Land- und Gesundheitsdiensten besetzte die HJ einen großen Teil der Freizeit der Jugendlichen.
</p><p>Außerdem wurden die Angehörigen des Jungvolks und der HJ zum Hilfsdienst für das Winterhilfswerk (WHW) herangezogen: Sammeln von Geldspenden mit Sammelbüchsen auf der Straße mit Abzeichenverkauf, Sortieren und Verpacken der Sachspenden.
</p><p>Zu den Aufgaben gehörte auch das regelmäßige Einsammeln von Altmetall und Altpapier für die Wiederverwendung in der NS-Wirtschaft. Es gab auch einen vorerst freiwilligen <a href="Reichsarbeitsdienst" title="Reichsarbeitsdienst">Reichsarbeitsdienst</a> (RAD) für Jugendliche. Ab 1935 wurde dieser Pflicht für die männliche und ab 1939 für die weibliche Jugend ab dem vollendeten 18. Lebensjahr. Dieser Dienst schloss sich an die Zeit in der HJ an und war ebenfalls „Ehrendienst am deutschen Volke“. Er sollte „die deutsche Jugend im Geiste des Nationalsozialismus zur Volksgemeinschaft und zur wahren Arbeitsauffassung, vor allem zu gebührenden Achtung der Handarbeit erziehen.“
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gliederung">Gliederung</h2></div>
<p>Die ursprünglich der SA angegliederte Hitlerjugend geriet nach dem <a href="R%C3%B6hm-Putsch" title="Röhm-Putsch">Röhm-Putsch</a> 1934 zunehmend unter den Einfluss der SS. Manche 17-jährigen Hitlerjungen wurden bereits der „<a href="Leibstandarte_SS_Adolf_Hitler" title="Leibstandarte SS Adolf Hitler">Leibstandarte SS Adolf Hitler</a>“ zugeführt.<sup id="cite_ref-41" class="reference"><a href="#cite_note-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Neben der Gliederung nach Alter und Region gab es eine Vielzahl von HJ-Sondereinheiten, um die 14- bis 18-jährigen Jungen hinsichtlich ihrer Talente und Interessen zu erfassen und an das Regime zu binden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Altersgliederung_und_Regionalstruktur">Altersgliederung und Regionalstruktur</h3></div>
<p>Bereits im Juli 1933 gab Schirach entsprechende Bestimmungen für die „HJ-Gliederungen“ heraus:
</p>
<ul><li>Das <i><a href="Deutsches_Jungvolk" title="Deutsches Jungvolk">Deutsche Jungvolk</a></i> (DJ) umfasste nun die 10- bis 14-jährigen Jungen, genannt <i><a href="Pimpf" title="Pimpf">Pimpfe</a></i>,</li>
<li>der <i>Jungmädelbund</i> (JM) umfasste die 10- bis 14-jährigen Mädchen,</li>
<li>die eigentliche <i>Hitlerjugend</i> umfasste die 14- bis 18-jährigen Jungen,</li>
<li>der <i>Bund Deutscher Mädel (BDM)</i> die 14- bis 18-jährigen Mädchen. Später wurde der BDM auf 17 Jahre Höchstalter begrenzt, ihm folgte</li>
<li>das BDM-Werk <i><a href="Glaube_und_Sch%C3%B6nheit" title="Glaube und Schönheit">Glaube und Schönheit</a></i> für 17- bis 21-jährige Mädchen.</li></ul>
<p>Die Strukturen der vier Hauptgliederungen trugen zwar unterschiedliche Bezeichnungen, waren aber gleich aufgebaut. Unterhalb der <a href="Reichsjugendf%C3%BChrung" title="Reichsjugendführung">Reichsjugendführung</a> wurde das Reichsgebiet in – je nach Zeitstellung – zwischen 20 und 42 Gebiete (bei DJ und eigentlicher HJ) oder Obergaue (bei JM und BDM) aufgeteilt, die ihrerseits immer feiner untergliedert waren, bis hin zu den nach Wohnorten organisierten Kleingruppen aus je zehn Mitgliedern, die als Jungenschaft (DJ), Kameradschaft (eigentliche HJ), Jungmädelschaft (JM) oder Mädelschaft (BDM) bezeichnet wurden.
</p>
<table class="wikitable hintergrundfarbe-basis" style="text-align:center">

<tbody><tr>
<th colspan="4" style="background:#A1A1A1; color:#202122;">Hitlerjugend (HJ)
</th></tr>
<tr>
<th colspan="2" style="background:#B1B1B1; color:#202122;">… männlich
</th>
<th colspan="2" style="background:#C1C1C1; color:#202122;">… weiblich
</th></tr>
<tr>
<th style="width:160px;">Deutsches Jungvolk (DJ)
</th>
<th style="width:160px" class="hintergrundfarbe1">Hitlerjugend
</th>
<th style="width:160px;">Jungmädelbund (JM)
</th>
<th style="width:160px" class="hintergrundfarbe1">Bund Deutscher Mädel (BDM)
</th></tr>
<tr>
<td colspan="2">Gebiet</td>
<td colspan="2">Obergau
</td></tr>
<tr>
<td colspan="2">Bann</td>
<td colspan="2">Untergau
</td></tr>
<tr>
<td>Stamm / ab 1938 Jungstamm
</td>
<td>Unterbann / ab 1938 Stamm
</td>
<td>Jungmädelring
</td>
<td>Mädelring
</td></tr>
<tr>
<td>Fähnlein
</td>
<td>Gefolgschaft
</td>
<td>Jungmädelgruppe
</td>
<td>Mädelgruppe
</td></tr>
<tr>
<td>Jungzug
</td>
<td>Schar
</td>
<td>Jungmädelschar
</td>
<td>Mädelschar
</td></tr>
<tr>
<td>Jungenschaft
</td>
<td>Kameradschaft
</td>
<td>Jungmädelschaft
</td>
<td>Mädelschaft
</td></tr></tbody></table>
<p>Die HJ war jahrgangsweise aufgebaut: In einer Jungenschaft wurden etwa 10 Jungen eines Jahrgangs erfasst, etwa vier dieser Jungenschaften bildeten einen Jungzug, dessen Mitglieder somit alle etwa gleich alt waren. Die vier Jungzüge der 10-, 11-, 12- und 13-jährigen Jungen bildeten ein Fähnlein im DJ. Entsprechend bildeten die vier Scharen der 14-, 15-, 16-, 17-jährigen Jungen eine Gefolgschaft. Beim JM und BDM war die Altersstruktur entsprechend, wobei 17-jährige Mädchen an das BDM-Werk <a href="Glaube_und_Sch%C3%B6nheit" title="Glaube und Schönheit">Glaube und Schönheit</a> überwiesen wurden, da der Eintritt in die NS-Frauenschaft erst mit 21 erfolgte.<sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Unterhalb der Ebene Jungstamm/Stamm/Jungmädelring/Mädelring umfassten die Gliederungen der HJ jeweils drei bis vier Einheiten der nächstniedrigeren Ebene, oberhalb war der Umfang von geografischen Gegebenheiten abhängig, ein Bann bzw. Untergau bestand aus vier bis sechs Jungstämmen/Stämmen/Jungmädelringen/Mädelringen, die Gebiete bzw. Obergaue aus etwa 20 Bannen oder Untergauen. Ein Jungstamm/Stamm/Jungmädelringe/Mädelring umfasste durchschnittlich etwa 600 Mitglieder, ein Bann oder Untergau zwischen 2400 und 3600 Mitglieder.<sup id="cite_ref-43" class="reference"><a href="#cite_note-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das Deutsche Reich war 1934 insgesamt in fünf Obergebiete und 19 Gebiete bzw. Obergaue unterteilt, 1938 kam mit dem <a href="Anschluss_%C3%96sterreichs" title="Anschluss Österreichs">Anschluss Österreichs</a> ein sechstes Obergebiet dazu.<sup id="cite_ref-44" class="reference"><a href="#cite_note-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bis 1942 stieg die Zahl der Gebiete bzw. Obergaue auf insgesamt 42, dazu kamen vier <i>Befehlsstellen</i> in den besetzten Staaten (<a href="Protektorat_B%C3%B6hmen_und_M%C3%A4hren" title="Protektorat Böhmen und Mähren">Reichsprotektorat Böhmen und Mähren</a>, <a href="Generalgouvernement" title="Generalgouvernement">Generalgouvernement</a>, <a href="Niederlande" title="Niederlande">Niederlande</a>, <i>Osten</i> für Ost- und Südosteuropa). Im Reichsgebiet orientierten sich die Grenzen der Gebiete an der <a href="Struktur_der_NSDAP#Die_43_Gaue_(1941)_inkl._Gauleiter" title="Struktur der NSDAP">Gaueinteilung der NSDAP</a>.<sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sondereinheiten">Sondereinheiten</h3></div>
<p>In den Folgejahren wurden für „Sonderausbildungen“ in der HJ Sondereinheiten für unterschiedlich begabte oder interessierte Jugendliche eingerichtet:
</p>
<ul><li>die <i>Flieger-HJ</i></li>
<li>die <i>Motor-HJ</i></li>
<li>die <i><a href="Marine-HJ" title="Marine-HJ">Marine-HJ</a></i></li>
<li>die <i><a href="Nachrichten-HJ" title="Nachrichten-HJ">Nachrichten-HJ</a></i></li>
<li>die <i>Reiter-HJ</i></li>
<li>die <i>HJ-Bergfahrtengruppen</i></li>
<li>der <i><a href="HJ-Streifendienst" title="HJ-Streifendienst">HJ-Streifendienst</a></i> einschließlich der <i>HJ-Feuerwehrscharen</i></li>
<li>die <i><a href="Feldscher" title="Feldscher">HJ-Feldschere</a></i></li>
<li>die <i>BDM-Gesundheitsdienstmädel</i></li>
<li>die <i>Gebirgsjäger-HJ</i></li>
<li>der <i>HJ-Landdienst</i></li></ul>
<p>Die meisten dieser Sondereinheiten waren den <b>Bannführern</b> unterstellt, wurden aber je nach örtlichen Gegebenheiten auch als Sonderscharen, -gefolgschaften und -stämme eingerichtet. Die Aktivitäten der HJ umfassten neben gewöhnlicher Jugendarbeit auch die Vermittlung von technischen und militärischen Fachkenntnissen.
</p><p>Die <i><a href="Spielschar_(Hitlerjugend)" title="Spielschar (Hitlerjugend)">Spielscharen</a></i> bestanden beim Jungvolk aus Chören, Orchestern sowie bei der HJ aus Fanfarenzügen und Spielmanns- und Musikzügen. Hier spielten musikalisch begabte Jugendliche bei Veranstaltungen, gaben Konzerte und forderten beim sog. „Offenen Singen“ auf Straßen und Plätzen zum Mitsingen auf. Im Krieg wurden sie auch in Lazaretten, Umsiedlungslagern und Kasernen eingesetzt. Besonders gute Spielscharen waren als Rundfunkspielscharen den Reichssendern angegliedert und gestalteten musikalische Radiosendungen. Außerdem wurden bekannte Kinderchöre wie die <a href="Regensburger_Domspatzen" title="Regensburger Domspatzen">Regensburger Domspatzen</a> oder die <a href="Wiener_S%C3%A4ngerknaben" title="Wiener Sängerknaben">Wiener Sängerknaben</a> offiziell als Spielscharen geführt, behielten allerdings ihre organisatorische und musikalische Eigenständigkeit.<sup id="cite_ref-46" class="reference"><a href="#cite_note-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im BDM gab es gemäß dem nationalsozialistischen Frauenbild anfangs nur „Spieleinheiten“ und „Gesundheitsdienstscharen“ als Sondereinheiten. Im Krieg kamen Fernmeldedienste, Haushaltsführung und Sanitätsdienste hinzu. So ausgebildete Einheiten wurden gezielt zusammengefasst und in Notfällen eingesetzt, wobei die Mädchen von ihrer Schul- oder Berufsausbildung freigestellt wurden.<sup id="cite_ref-47" class="reference"><a href="#cite_note-47"><span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Dienstgrade">Dienstgrade</h3></div>
<p>Die Dienstgrade der HJ beschreibt <a href="NS-Ranggef%C3%BCge" title="NS-Ranggefüge">NS-Ranggefüge</a>. Daneben gab es an höheren Schulen den <a href="HJ-Schulf%C3%BChrer" title="HJ-Schulführer">HJ-Schulführer</a>.
</p><p><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"></span>
</p>
<table>
<tbody><tr>
<td>
<ul><li>1 Hitlerjunge</li>
<li>2 Rottenführer</li>
<li>3 Oberrottenführer</li></ul>
</td>
<td>
<ul><li>4 Kameradschaftsführer</li>
<li>5 Oberkameradschaftsführer</li>
<li>6 Scharführer</li></ul>
</td>
<td>
<ul><li>7 Oberscharführer</li>
<li>8 Gefolgschaftsführer</li>
<li>9 Obergefolgschaftsführer</li></ul>
</td>
<td>
<ul><li>10 Hauptgefolgschaftsführer</li>
<li>11 Stammführer</li>
<li>12 Oberstammführer</li></ul>
</td></tr></tbody></table>
<p><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"></span>
</p>
<table>
<tbody><tr>
<td>
<ul><li>13 Bannführer</li>
<li>14 Oberbannführer</li>
<li>15 Hauptbannführer</li></ul>
</td>
<td>
<ul><li>16 Gebietsführer</li>
<li>17 Obergebietsführer</li>
<li>18 Stabsführer der Reichsjugendführung</li></ul>
</td>
<td>
<ul><li>19 Reichsjugendführer</li></ul>
</td></tr></tbody></table>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Führung"><span id="F.C3.BChrung"></span>Führung</h3></div>
<p>Nach dem Motto „Jugend soll durch Jugend geführt werden“ wurden in der HJ Jungen und Mädchen in den unteren Einheiten von nur wenig älteren Kindern und Jugendlichen geführt. Die höheren Führungspositionen wurden von Erwachsenen bekleidet, oft von Lehrern. Zur Ausbildung des hauptamtlichen Führungsnachwuchses wurde 1938 die <a href="Akademie_f%C3%BCr_Jugendf%C3%BChrung" title="Akademie für Jugendführung">Akademie für Jugendführung</a> gegründet. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden wegen des Führermangels auch Jugendlichen hohe Ämter übertragen. Schirach gab die Linie vor, dass „Charakterbildung durch Erfahrung“ höher einzustufen sei als „formale Geistschulung.“ Im Unterschied zur Jugendbewegung der Weimarer Zeit wurden diese Jugendführer von oben bestimmt und konnten von den ihnen unterstellten HJ-Mitgliedern nicht zur Verantwortung gezogen werden. Arno Klönne resümiert:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Der Führungsaufbau der HJ war somit völlig hierarchisch; eine formelle Verantwortung der Führerschaft war nur jeweils nach oben hin gegeben […] Die Befehlswege, Dienstbereiche und Kompetenzen waren nach militärischem Vorbild bis ins letzte geregelt.“<sup id="cite_ref-48" class="reference"><a href="#cite_note-48"><span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Dabei waren die höheren Führungsränge von der Position des Bannführers bzw. der Bannmädelführerin an hauptamtlich tätig, die Hauptstellenleiter der Bannstäbe wurden besoldet, in den Gebietsführungen fast der gesamte Stab. <a href="Michael_H._Kater" title="Michael H. Kater">Michael H. Kater</a> urteilt:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Dieses Führerschaftsprinzip mag jungen Deutschen damals verlockend erschienen sein, es öffnete aber Inkompetenz, Missbrauch und Korruption Tür und Tor.“<sup id="cite_ref-49" class="reference"><a href="#cite_note-49"><span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p><a href="Karl-Heinz_Jan%C3%9Fen" title="Karl-Heinz Janßen">Karl-Heinz Janßen</a> beschrieb die Wirkungsmechanismen aus eigenem Erleben als Pimpf folgendermaßen:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Zwölfjährige Hordenführer brüllten zehnjährige Pimpfe zusammen und jagten sie kreuz und quer über Schulhöfe, Wiesen und Sturzäcker. Die kleinsten Aufsässigkeiten, die harmlosesten Mängel an der Uniform, die geringste Verspätung wurden sogleich mit Strafexerzieren geahndet&nbsp;– ohnmächtige Unterführer ließen ihre Wut an uns aus. Aber die Schikane hatte Methode: Uns wurde von Kindesbeinen an Härte und blinder Gehorsam eingedrillt […] Wie haben wir das nur vier Jahre ertragen? Warum haben wir unsere Tränen verschluckt, unsere Schmerzen verbissen? Warum nie den Eltern und Lehrern geklagt, was uns da Schlimmes widerfuhr? Ich kann es mir nur so erklären: Wir alle waren vom Ehrgeiz gepackt, wollten durch vorbildliche Disziplin, durch Härte im Nehmen, durch zackiges Auftreten den Unterführern imponieren. Denn wer tüchtig war, wurde befördert, durfte sich mit Schnüren und Litzen schmücken, durfte selber kommandieren, und sei es auch nur für die fünf Minuten, in denen der ‚Führer’ hinter den Büschen verschwunden war.“<sup id="cite_ref-50" class="reference"><a href="#cite_note-50"><span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Stellung_der_HJ_in_Staat_und_Gesellschaft">Stellung der HJ in Staat und Gesellschaft</h2></div>


<p>Gegenüber Partei und Staat, schreibt Klönne, habe die HJ sich auf unterer Ebene zwar relativ selbstständig dargestellt, „tatsächlich aber war die HJ in ihrer Führung völlig von der Führung des Regimes abhängig und stellte lediglich eine erzieherische Exekutive derselben dar“. Innerhalb der HJ selbst seien wiederum die hauptamtlichen Führungskader bestimmend gewesen.<sup id="cite_ref-51" class="reference"><a href="#cite_note-51"><span class="cite-bracket">[</span>51<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<p>Schule und Elternhaus waren auf der Basis des HJ-Gesetzes von 1936 als <a href="Erziehungsinstanz" title="Erziehungsinstanz">Erziehungsinstanzen</a> neben der HJ formal garantiert, allerdings in äußerst begrenzter Eigenständigkeit, da das gesamte Erziehungsrecht als „primär dem ‚Volke‘, das heißt dem ‚Führer‘ und dem NS-Regime zustehend“, galt.<sup id="cite_ref-52" class="reference"><a href="#cite_note-52"><span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ein führender NS-Jugendrechtler brachte das auf die Formel, der völkische Staat als höchste Gewalt überlasse „[…] der Familie den völkischen Nachwuchs zu treuen Händen.“<sup id="cite_ref-53" class="reference"><a href="#cite_note-53"><span class="cite-bracket">[</span>53<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Durch Radioansprachen Schirachs an die Elternschaft und durch HJ-<a href="Elternabend_(Schule)" class="mw-redirect" title="Elternabend (Schule)">Elternabende</a> wurde der Anspruch des Regimes auf innerfamiliäres Einwirken unterstrichen. Die HJ wiederum suchte „nicht ohne Erfolg“, wie es bei Klönne heißt, „durch Forcierung einer bestimmten Art von Selbstbewußtsein und Selbständigkeit der Jugendlichen“ die „Einflussnahme durch das Elternhaus geringzuhalten.“<sup id="cite_ref-54" class="reference"><a href="#cite_note-54"><span class="cite-bracket">[</span>54<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Verhältnis zu Schule und Lehrern wurde die Eigenständigkeit und Sonderrolle der HJ von der NS-Führung deutlich hervorgehoben, indem Lehren und Führen zu grundverschiedenen Dingen erklärt wurden, so dass Lehrer nach den Worten Schirachs von vornherein nicht besser zum Jugendführer geeignet waren „als irgendein anderer <a href="Volksgenosse" title="Volksgenosse">Volksgenosse</a>.“<sup id="cite_ref-55" class="reference"><a href="#cite_note-55"><span class="cite-bracket">[</span>55<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In den Schulen selbst wurde unter anderem die Funktion des „Schuljugendwalters“ als eines speziellen HJ-Vertrauenslehrers geschaffen. Im Zuge der Umsetzung von Vorgaben der Schuladministration und auf Grund der nahezu durchgängigen Besetzung der Schulleiterstellen mit NS-Pädagogen spielten die höheren Schulen eine wichtige Rolle bei der Erfassung der HJ-Mitglieder sowie bei Sanktionen und Zwangsmaßnahmen gegenüber Unangepassten und HJ-Dienstverweigerern.<sup id="cite_ref-56" class="reference"><a href="#cite_note-56"><span class="cite-bracket">[</span>56<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine eigene kirchliche Jugendarbeit, die über die religiöse Unterweisung hinausging, wurde von der HJ ebenso abgelehnt und bekämpft wie die Arbeit konfessioneller Jugendverbände. Die Unterdrückungsmaßnahmen gingen mit häufigeren Polemiken in Zeitungen und Zeitschriften der HJ gegen den „politischen Konfessionalismus“ einher. Im Bereich der legalen Jugendarbeit wurden die Kirchen auf diese Weise tatsächlich ausgeschaltet.<sup id="cite_ref-57" class="reference"><a href="#cite_note-57"><span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die konzentrierteste Form der elternunabhängigen und weitestgehend auch schulunabhängigen erzieherischen Einflussnahme auf den HJ-Nachwuchs stellten die während des Zweiten Weltkriegs eingerichteten <a href="Kinderlandverschickung" title="Kinderlandverschickung">Kinderlandverschickungslager</a> (KLV) dar. Denn die anfänglich noch als Lagerleiter fungierenden Lehrer der aus bombengefährdeten Gebieten evakuierten Klassen wurden im Zuge des systematischen Ausbaus der KLV dem HJ-Führungsapparat untergeordnet, den „KLV-Standortführern“ oder „Hauptlagermannschaftsführern“, die ihrerseits den Gebietsführungen der HJ unterstanden.<sup id="cite_ref-58" class="reference"><a href="#cite_note-58"><span class="cite-bracket">[</span>58<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die in der Zeit bis 1933 noch vorhandenen selbständigen Gestaltungsmöglichkeiten der HJ-Führer vor Ort gingen zunehmend durch die Übernahme hoheitlicher Funktionen nicht nur bei der Kinderlandverschickung, sondern auch im <a href="HJ-Streifendienst" title="HJ-Streifendienst">HJ-Streifendienst</a>, <a href="Artamanen" title="Artamanen">HJ-Landdienst</a> und beim <a href="Reichsberufswettkampf" title="Reichsberufswettkampf">Reichsberufswettkampf</a> verloren. Die HJ-Karriere wurde zur wesentlichen Grundlage für die spätere Übernahme höherer Funktionen beispielsweise in der NSDAP, in der <a href="Schutzstaffel" title="Schutzstaffel">SS</a> oder auch im <a href="Reichsarbeitsdienst" title="Reichsarbeitsdienst">Reichsarbeitsdienst</a>.<sup id="cite_ref-59" class="reference"><a href="#cite_note-59"><span class="cite-bracket">[</span>59<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Außerdem spielte die HJ auch für die allgemeine Berufsnachwuchslenkung zwischen 1938 und 1945 eine immer stärkere Rolle. So wurden die von der HJ erstellten Beurteilungskarten für die Schulabgänger zur Grundlage von Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung der Arbeitsämter, die über eigene HJ-Sachbearbeiter verfügten. Auch zu Jugendämtern und Gerichten unterhielt die HJ enge Beziehungen. Straftäter aus den Reihen der HJ mussten gemäß Erlass des Justizministeriums den HJ-Verantwortlichen verpflichtend gemeldet werden, sodass es zu parallel laufenden HJ-Disziplinarverfahren kam.<sup id="cite_ref-60" class="reference"><a href="#cite_note-60"><span class="cite-bracket">[</span>60<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_HJ_im_Zweiten_Weltkrieg">Die HJ im Zweiten Weltkrieg</h2></div>


<p>Mit dem <a href="%C3%9Cberfall_auf_Polen" title="Überfall auf Polen">Überfall</a> des nationalsozialistischen Deutschen Reiches auf Polen im September 1939 wurde die HJ mit eben der Situation konfrontiert, für die sie ideologisch und praktisch geschult worden war. Allein 314 zum Militär einberufene Vollzeit-HJ-Führer fielen diesem ersten Feldzug zum Opfer.<sup id="cite_ref-61" class="reference"><a href="#cite_note-61"><span class="cite-bracket">[</span>61<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese und die darauffolgenden Kriegsverluste wurden in der HJ aber als Erscheinungsformen des propagierten Heldentums vermittelt: „Die Schrecken des Krieges störten uns Knaben nicht, sie zogen uns an. Daß unsere Väter einberufen wurden, schien nur recht und billig. Und der ‚Heldentod‘ gehörte dazu. Viele der Lieder, die wir in der Schule und später in der Hitlerjugend lernten, handelten von der Ehre, fürs Vaterland zu sterben: Die Fahnen wehten ins Morgenrot und leuchteten zum frühen Tod, heilig Vaterland war in Gefahren, mochten wir sterben, Deutschland stürbe nicht, und fern bei Narvik lag ein kühles Grab.“<sup id="cite_ref-62" class="reference"><a href="#cite_note-62"><span class="cite-bracket">[</span>62<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In den besetzten Gebieten wurden zudem an der Hitlerjugend orientierte Jugendorganisationen gegründet, wie etwa das <a href="Wei%C3%9Fruthenisches_Jugendwerk" title="Weißruthenisches Jugendwerk">Weißruthenische Jugendwerk</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Einsatz_in_der_„Heimat“"><span id="Einsatz_in_der_.E2.80.9EHeimat.E2.80.9C"></span>Einsatz in der „Heimat“</h3></div>
<p>Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges ordnete Schirach an, dass „alle Arbeit allein der Kriegführung zu dienen“ habe. Mit dem Einzug aller wehrfähigen Männer verlor auch die HJ viele Leitungskräfte. Die nachrückenden HJ-Führer waren oft nicht älter als ihre Untergebenen. Damit geriet die hierarchische Gliederung und Disziplin unter den übrigen Verbänden in eine Krise. Darauf reagierte das NS-Regime am 9. Mai 1940 mit einer „Polizeiverordnung“ „Zum Schutz der Jugend“, die die Bestimmungen und Vorschriften zur HJ vermehrte und verschärfte. Auch der HJ-Streifendienst sollte polizeiliche Aufgaben übernehmen. Unter dem Etikett der „Selbstführung“ wurden noch bestehende Einrichtungen für die Nachwuchssicherung aufgelöst.<sup id="cite_ref-Zentner-Großes_Lexikon_264f_6-1" class="reference"><a href="#cite_note-Zentner-Großes_Lexikon_264f-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Einführung der Dienstpflicht veränderte die Aufgaben von HJ-Jugendlichen zunächst kaum. Sie ersetzten in den ersten Kriegsjahren vor allem die Arbeitskräfte von zum Wehrdienst eingezogenen Männern und leisteten beispielsweise Ernteeinsätze, Sammelaktionen, Boten- und Kurierdienste, halfen bei der Postzustellung, beim Roten Kreuz und bei Behörden. Jungen blieben bis zum 16. Lebensjahr, Mädchen bis zum 18. Lebensjahr von Dienstverpflichtungen an auswärtigen Orten befreit und behielten Urlaubsrecht.<sup id="cite_ref-63" class="reference"><a href="#cite_note-63"><span class="cite-bracket">[</span>63<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Seit 1940 stieg die Zahl <a href="Liste_von_Luftangriffen_der_Alliierten_auf_das_Deutsche_Reich_(1939%E2%80%931945)" title="Liste von Luftangriffen der Alliierten auf das Deutsche Reich (1939–1945)">alliierter Bombenangriffe</a> auf deutsche Städte. Nun wurden Angehörige der HJ verstärkt mit Aufgaben des Luftschutzes betraut. Schon 15-jährige HJ-Führer wurden auch als Führungskräfte bei der <a href="Kinderlandverschickung" title="Kinderlandverschickung">Kinderlandverschickung</a> (KLV) verpflichtet. Sie leiteten dort zusammen mit einem Lehrer Lager für Kinder und Jugendliche auf dem Land und waren dabei für die unterrichtsfreie Zeit zuständig.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Einsatz_in_der_Kriegsendphase">Einsatz in der Kriegsendphase</h3></div>
<p>In „<a href="Wehrert%C3%BCchtigungslager" title="Wehrertüchtigungslager">Wehrertüchtigungslagern</a>“ wurden etwa 20.000 Jugendliche als Freiwillige für den „Endsieg“ mobilisiert. 1943 scheiterten Versuche der Reichsjugendführung, die Dienstabläufe der als <a href="Flakhelfer" title="Flakhelfer">Flakhelfer</a> dienstverpflichteten Schüler nach dem Vorbild des HJ-Dienstes zu gestalten; die Flakhelfer blieben aber formal Mitglieder der HJ, dies war durch den Zusatz in der amtlichen Bezeichnung „<a href="Luftwaffenhelfer" title="Luftwaffenhelfer">Luftwaffenhelfer</a> (HJ)“ und durch die als Teil der Uniform vorgeschriebene <a href="Hakenkreuzarmbinde" title="Hakenkreuzarmbinde">HJ-Armbinde</a> erkennbar. Mit der Zunahme der Tagesangriffe der Alliierten in der Endphase des Krieges stiegen auch die Verluste der Flakhelfer, genaue Zahlen sind aber nicht bekannt.<sup id="cite_ref-64" class="reference"><a href="#cite_note-64"><span class="cite-bracket">[</span>64<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1943 wurden nach einer Idee von Reichsjugendführer Axmann, Schirachs Nachfolger, Eliteeinheiten von 16- bis 18-jährigen Hitlerjungen aufgestellt: so im Juli 1943 eine Panzergrenadierdivision mit dem Namen „Hitlerjugend“, die unter SS-Brigadeführer Kurt Meyer im Oktober 1943 in die <a href="12._SS-Panzer-Division_%E2%80%9EHitlerjugend%E2%80%9C" title="12. SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“">12. SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“</a> überführt wurde.<sup id="cite_ref-Zentner-Großes_Lexikon_264f_6-2" class="reference"><a href="#cite_note-Zentner-Großes_Lexikon_264f-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sie bestand aus mangelhaft ausgebildeten und unzureichend bewaffneten Jugendlichen und erlitt im Sommer 1944 in der Normandie große Verluste. Die wenigen Überlebenden ergaben sich im Mai 1945 den US-Streitkräften.<sup id="cite_ref-65" class="reference"><a href="#cite_note-65"><span class="cite-bracket">[</span>65<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im September 1944 wurde der <a href="Volkssturm" title="Volkssturm">Volkssturm</a> eingerichtet. Hier leisteten sechzehnjährige HJ-Jungen neben nicht der <a href="Wehrmacht" title="Wehrmacht">Wehrmacht</a> angehörenden Männern von bis zu 60 Jahren Kriegsdienst. Ausbildung und Ausrüstung waren zumeist unzureichend. Der Volkssturm nahm besonders an der Ostfront an Gefechten teil und erlitt hohe Verluste.<sup id="cite_ref-66" class="reference"><a href="#cite_note-66"><span class="cite-bracket">[</span>66<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>HJ-Angehörige wurden schließlich auch für die Organisation <a href="Werwolf_(NS-Organisation)" title="Werwolf (NS-Organisation)">Werwolf</a> angeworben, die aber keine große Aktivität mehr entfaltete. Die noch nach der Kapitulation erfolgte Exekution einer als Spione verurteilten Gruppe, darunter des sechzehnjährigen <a href="Heinz_Petry" title="Heinz Petry">Heinz Petry</a> am 1. Juni 1945, sorgte international für Aufsehen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Forschungstendenzen">Forschungstendenzen</h2></div>
<p>Mit der „<a href="Vergangenheitsbew%C3%A4ltigung" title="Vergangenheitsbewältigung">Vergangenheitsbewältigung</a>“ der NS-Zeit wurde auch die Aufarbeitung des Themas Hitler-Jugend im Nachkriegsdeutschland erst nach Jahrzehnten begonnen. Bis in die 1960er Jahre hinein gab es kaum mehr als die Erlebnisberichte Betroffener.<sup id="cite_ref-67" class="reference"><a href="#cite_note-67"><span class="cite-bracket">[</span>67<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In den Akten und Aufzeichnungen aus den ersten Nachkriegsjahren wurde eine schuldhafte Mitverantwortung für NS-Verbrechen laut <a href="Michael_H._Kater" title="Michael H. Kater">Michael H. Kater</a> nur sehr selten eingestanden. Vor allem junge NS-Offiziere wiesen das <i><a href="Reeducation" title="Reeducation">Re-education</a></i>-Programm zurück, mit dem etwa die britische Siegermacht in ihrer Besatzungszone und ihren Kriegsgefangenenlagern eine demokratische Kultur unter den Deutschen wiederherstellen wollte. Wer sich mit ihnen kooperationswillig zeigte, wurde als „<a href="Nestbeschmutzer" title="Nestbeschmutzer">Nestbeschmutzer</a>“ diffamiert.<sup id="cite_ref-68" class="reference"><a href="#cite_note-68"><span class="cite-bracket">[</span>68<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Zuge der <a href="68er-Bewegung" title="68er-Bewegung">Studentenbewegung</a> setzte sich die bundesdeutsche Öffentlichkeit seit etwa 1965 intensiver mit der NS-Vergangenheit und ihren Folgen auseinander. Dazu trugen auch NS-Kenntnisdefizite bei Schülern, fremdenfeindliche oder antisemitische Haltungen, häufigeres Auftreten rechtsextremer Jugendgruppen sowie eine latente Demokratiefeindlichkeit in Teilen der Bevölkerung bei.<sup id="cite_ref-69" class="reference"><a href="#cite_note-69"><span class="cite-bracket">[</span>69<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nun wurden die sozial- und tiefenpsychologischen Bedingungen und autoritären Grundhaltungen stärker reflektiert, die Aufstieg und Herrschaft der NSDAP, vor allem die Massenverbrechen der NS-Zeit, ermöglicht und begleitet hatten. Dabei erforschten die Sozialwissenschaften nicht mehr vorrangig die Aktionen der NS- und HJ-Führung, sondern den Bevölkerungsalltag der NS-Zeit „von unten“. Für Focke/Reimer galt es zu zeigen, „wie die Nazis die Jugendlichen in ihre Organisationen preßten, ihre Freizeit praktisch abschafften und sie mit ihrer Ideologie vollstopften.“<sup id="cite_ref-70" class="reference"><a href="#cite_note-70"><span class="cite-bracket">[</span>70<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine zweite Welle von Erlebnisberichten und Memoiren ehemaliger HJ-Mitglieder fand nun Aufnahme. Sie vermittelten ein vielschichtigeres Bild der Lage Jugendlicher während der NS-Zeit und zeigten auch Formen der Anpassungsverweigerung. Kater schließt:<sup id="cite_ref-71" class="reference"><a href="#cite_note-71"><span class="cite-bracket">[</span>71<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Das traumatische Wissen um die von einer totalitären Diktatur erzeugte Gewaltherrschaft und Intoleranz hatte diese Menschen davon abgehalten, sich zu erinnern, solange ihnen die Schande und die Katastrophe noch zu nahe gingen. Im Alter fiel es ihnen leichter, sich den Erinnerungen zu stellen und sich noch einmal vor Augen zu führen, wo in dieser Schreckensherrschaft ihr Platz gewesen war und was sie dazu beigetragen hatten […].“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Die neuere Forschung rückte vom Bild des monolithischen Blocks ab, das die NS-Führung für die damalige deutsche Jugend entworfen und erfolgreich propagiert hatte. Nach Klönne misslang die NS-<a href="Sozialisation" title="Sozialisation">Sozialisation</a> bei vielen damaligen Jugendlichen: Jugendbanden entzogen sich dem HJ-Drill, illegale oppositionell eingestellte jugendbündische Gruppen bestanden fort.<sup id="cite_ref-72" class="reference"><a href="#cite_note-72"><span class="cite-bracket">[</span>72<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Mancherorts bewirkten auch angedrohte Strafen für HJ-Dienstverweigerung nichts. So wurde im bayerischen Landkreis <a href="Landsberg_am_Lech" title="Landsberg am Lech">Landsberg</a> Mitte 1942 festgestellt, dass seit zwei bis drei Jahren kein HJ-Dienst mehr stattgefunden hatte.<sup id="cite_ref-73" class="reference"><a href="#cite_note-73"><span class="cite-bracket">[</span>73<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Andererseits schien die HJ nach Klönne weitverbreitete Erwartungen der Zeit vor und um 1933 zu erfüllen, besonders für bis dahin „unterprivilegierte“ (das heißt von der Jugendbewegung kaum erfasste) Gruppen wie die Landjugend und den Großteil der weiblichen Jugend. Beiseite geräumt schienen nun „soziale Abstände, Stadt-Land-Unterschiede oder geschlechtsgebundene Differenzen“.<sup id="cite_ref-74" class="reference"><a href="#cite_note-74"><span class="cite-bracket">[</span>74<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die langfristige Wirkung der HJ-Indoktrination auf die Betroffenen ist eher individuell als allgemein ermittelbar. Rolf Schörken weist darauf hin, dass flächendeckende „Kurse“ und „Lehrpläne“ dazu erst 1936 eingeführt wurden und ab 1939 kriegsbedingt nur noch eingeschränkt umgesetzt werden konnten. Vielfach habe es am einzelnen HJ-Führer gelegen, welchen Umfang die ideologische Unterweisung annahm.<sup id="cite_ref-75" class="reference"><a href="#cite_note-75"><span class="cite-bracket">[</span>75<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die ab 1937 errichteten, der HJ unterstellten <a href="Adolf-Hitler-Schulen" title="Adolf-Hitler-Schulen">Adolf-Hitler-Schulen</a> hatten 1943 nicht mehr als 2027 Schüler und stagnierten bei fortschreitendem Krieg aus Geldmangel.<sup id="cite_ref-76" class="reference"><a href="#cite_note-76"><span class="cite-bracket">[</span>76<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rezeption_im_Film">Rezeption im Film</h2></div>
<ul><li><a href="Blut_und_Ehre_%E2%80%93_Jugend_unter_Hitler" title="Blut und Ehre – Jugend unter Hitler">Blut und Ehre – Jugend unter Hitler</a>. Fernsehminiserie, 1982.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Michael H. Kater: <i>Bürgerliche Jugend und Hitlerjugend in Deutschland von 1926 bis 1939.</i> In: <i><a href="Archiv_f%C3%BCr_Sozialgeschichte" title="Archiv für Sozialgeschichte">Archiv für Sozialgeschichte</a>.</i> 1977, S. 127–174 (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://library.fes.de/jportal/servlets/MCRFileNodeServlet/jportal_derivate_00021712/afs-1977-127.pdf">Volltext (pdf)</a>)</li>
<li><a href="Arno_Kl%C3%B6nne" title="Arno Klönne">Arno Klönne</a>: <i>Jugend im Dritten Reich. Die Hitlerjugend und ihre Gegner.</i> Diederichs 1982, zahlreiche Neuauflagen.</li>
<li>Karl-Heinz Huber: <i>Jugend unterm Hakenkreuz.</i> Ullstein, Frankfurt am Main u.&nbsp;a. 1982.</li>
<li><a href="Matthias_von_Hellfeld" title="Matthias von Hellfeld">Matthias von Hellfeld</a>, Arno Klönne: <i>Die betrogene Generation. Jugend im Faschismus.</i> Pahl-Rugenstein, Köln 1985, ISBN 3-7609-0954-X.</li>
<li>Christoph Schubert-Weller: <i>Hitlerjugend. Vom „Jungsturm Adolf Hitler“ zur Staatsjugend des Dritten Reiches.</i> Juventa-Verlag, Materialien zur historischen Jugendforschung, Weinheim u.&nbsp;a. 1993, ISBN 3-7799-1123-X.</li>
<li><a href="Heinz_Schreckenberg" title="Heinz Schreckenberg">Heinz Schreckenberg</a>: <i>Erziehung, Lebenswelt und Kriegseinsatz der deutschen Jugend unter Hitler. Anmerkungen zur Literatur.</i> Lit Verlag, Münster 2001, ISBN 3-8258-4433-1. (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=nrxrgD1mo5oC">eingeschränkte Vorschau</a> in der Google-Buchsuche)</li>
<li><a href="Michael_Buddrus" title="Michael Buddrus">Michael Buddrus</a>: <i>Totale Erziehung für den totalen Krieg. Hitlerjugend und nationalsozialistische Jugendpolitik.</i> 2 Teile. Saur-Verlag, München 2003 (= <i>Texte und Materialien zur Zeitgeschichte,</i> 13), ISBN 3-598-11615-2.</li>
<li><a href="Michael_H._Kater" title="Michael H. Kater">Michael H. Kater</a>: <i>Hitler-Jugend.</i> Primus Verlag, Darmstadt 2005, ISBN 978-3-89678-252-6. (engl. Originaltitel: <i>Hitler youth.</i> 2004 <a rel="nofollow" class="external text" href="http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/id=4964&amp;type=rezbuecher&amp;sort=datum&amp;order=down&amp;search=Hitler%2DJugend">Rezension</a>)</li>
<li>Kathrin Kollmeier: <i>Ordnung und Ausgrenzung. Die Disziplinarpolitik der Hitler-Jugend.</i> Vandenhoeck &amp; Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 3-525-35158-5.</li>
<li>Alessia Ponzio: <i>Ein totalitäres Projekt des italienischen Faschismus. Die Ausbildung des Führungsnachwuchses in der ONB und der GIL im Vergleich zur Hitlerjugend.</i> In: <i><a href="Quellen_und_Forschungen_aus_italienischen_Archiven_und_Bibliotheken" title="Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken">Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken</a>.</i> 88 (2008) 489–511. (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.perspectivia.net/publikationen/qfiab/88-2008/0489-0511">online</a>)</li>
<li>André Postert: <i> Die Hitlerjugend. Geschichte einer überforderten Massenorganisation</i> (=&nbsp;<i>Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung.</i> Bd. 68). Vandenhoeck &amp; Ruprecht, Göttingen 2021, ISBN 3-525-36098-3.</li></ul>
<p><b>Erfahrungsberichte</b>
</p>
<ul><li><a href="Melita_Maschmann" title="Melita Maschmann">Melita Maschmann</a>: <i>Fazit: mein Weg in die Hitler-Jugend.</i> Nachwort von <a href="Helga_Grebing" title="Helga Grebing">Helga Grebing</a>. dtv, München 1979, ISBN 3-423-01427-X.</li>
<li><a href="G%C3%BCnter_Lucks" title="Günter Lucks">Günter Lucks</a>, <a href="Harald_Stutte" title="Harald Stutte">Harald Stutte</a>: <i>Der Rote Hitlerjunge. Meine Kindheit zwischen Kommunismus und Hakenkreuz.</i> Reinbek 2015, ISBN 978-3-499-62923-5.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Hitlerjugend?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Hitlerjugend</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Hitlerjugend" class="extiw external" title="wikt:Hitlerjugend">Wiktionary: Hitlerjugend</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.jugend1918-1945.de/portal/Jugend/thema.aspx?root=26635&amp;ID=3448">Jugend in Deutschland 1918 bis 1945: Hitlerjugend (NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln)</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://museenkoeln.de/ausstellungen/nsd_1609_hitlerjugend/index.html">Web-App zur Ausstellung Jugend im Gleichschritt!? (NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln)</a></li>
<li><a href="Deutsches_Historisches_Museum" title="Deutsches Historisches Museum">LeMO</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/organisationen/jugend/">Die Hitler-Jugend (HJ)</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=31334-8">Literatur zur Hitlerjugend</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://alex.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&amp;aid=dra&amp;datum=19360004&amp;zoom=2&amp;seite=00000993&amp;ues=0&amp;x=17&amp;y=8">Gesetz über die Hitlerjugend</a> (RGBl. 1936 I, S. 993)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://alex.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&amp;aid=dra&amp;datum=19390004&amp;zoom=2&amp;seite=00000709&amp;ues=0&amp;x=5&amp;y=8">Erste und Zweite Durchführungsverordnung zum Gesetz über die Hitler-Jugend</a> (RGBl. 1939 I, S. 709 ff.)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<div class="mw-references-wrap mw-references-columns"><ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Gesetz über die Hitlerjugend vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 993)</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">§&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 Nr. 2 der Jugenddienstverordnung vom 25. März 1939 (RGBl. I S. 710)</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.academia.edu/8711847">Norbert Götz. <i>Ungleiche Geschwister: Die Konstruktion von nationalsozialistischer Volksgemeinschaft und schwedischem Volksheim</i>. Baden-Baden: Nomos, 2001. S. 288–323</a></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Christoph Schubert-Weller: <i>Hitlerjugend. Vom „Jungsturm Adolf Hitler“ zur Staatsjugend des Dritten Reiches.</i> Juventa, München 1993, S. 9&nbsp;ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Arno Klönne: <i>Jugend im Dritten Reich. Die Hitlerjugend und ihre Gegner.</i> PapyRossa Verlag, Köln 2008, S. 18.</span>
</li>
<li id="cite_note-Zentner-Großes_Lexikon_264f-6"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Zentner-Großes_Lexikon_264f_6-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Zentner-Großes_Lexikon_264f_6-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Zentner-Großes_Lexikon_264f_6-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text"><i>Hitlerjugend.</i> In: <a href="Christian_Zentner" title="Christian Zentner">Christian Zentner</a>, Friedemann Bedürftig (Hrsg.): <i>Großes Lexikon des Dritten Reiches.</i> Südwest Verlag, München 1985, ISBN 3-517-00834-6, S. 264 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Christoph Schubert-Weller: <i>Hitlerjugend. Vom „Jungsturm Adolf Hitler“ zur Staatsjugend des Dritten Reiches.</i> Juventa-Verlag, Weinheim 1993, S. 64.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Juliane Wetzel: <i>Hitlerjunge Quex</i>. In: <a href="Wolfgang_Benz" title="Wolfgang Benz">Wolfgang Benz</a>, <a href="Hermann_Graml" title="Hermann Graml">Hermann Graml</a>, <a href="Hermann_Wei%C3%9F_(Historiker)" title="Hermann Weiß (Historiker)">Hermann Weiß</a> (Hrsg.): <i><a href="Enzyklop%C3%A4die_des_Nationalsozialismus" title="Enzyklopädie des Nationalsozialismus">Enzyklopädie des Nationalsozialismus</a>.</i> Klett-Cotta, Stuttgart 1997, S. 514.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Christoph Schubert-Weller: <i>Hitlerjugend. Vom „Jungsturm Adolf Hitler“ zur Staatsjugend des Dritten Reiches.</i> Teil 4, Weinheim u.&nbsp;a. 1993.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Hilde Kammer, Elisabeth Bartsch (Hrsg.): <i>Jugendlexikon Nationalsozialismus.</i> Artikel <i>Hitlerjugend.</i> Rowohlt, Reinbek 1982, ISBN 3-499-16288-1, S. 91.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Zit. nach: <a href="Michael_Gr%C3%BCttner" title="Michael Grüttner">Michael Grüttner</a>: <i>Brandstifter und Biedermänner. Deutschland 1933–1939.</i> Klett-Cotta, Stuttgart 2015, S. 288 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">archive.org: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/19381202AdolfHitlerReichenbergerRedeZurReichstagswahlInDenAngegliedertenSudetend">Tonaufnahme</a> (2 Minuten 22 Sekunden)</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Rolf Schörken 1998, S. 203 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Wilhelm Heußler: <i>Aufbau und Aufgaben der NS-Jugendbewegung.</i> Würzburg 1940, S. 25 f.; zitiert nach Arno Klönne: <i>Jugend im Dritten Reich.</i> Lizenzausgabe, München 1995, S. 78.</span>
</li>
<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text">Arno Klönne: <i>Jugend im Dritten Reich.</i> 1995, S. 78.</span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">Adolf Hitler: <i>Mein Kampf.</i> 85.–94. Aufl. München 1934, S. 454.</span>
</li>
<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">zitiert nach Harald Focke, Uwe Reimer: <i>Alltag unterm Hakenkreuz.</i> Reinbek 1979, S. 115.</span>
</li>
<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">Kater 2005, S. 29.</span>
</li>
<li id="cite_note-19"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-19">↑</a></span> <span class="reference-text">Verordnungsblatt der Reichsjugendführung vom 14. September 1933, Berlin 1933.</span>
</li>
<li id="cite_note-20"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-20">↑</a></span> <span class="reference-text">Verordnungsblatt der Reichsjugendführung (Hitlerjugend), II/21, Der Stabsführer, 3. November 1934, Berlin 1934.</span>
</li>
<li id="cite_note-NS-Dokuzentrum-21"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-NS-Dokuzentrum_21-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-NS-Dokuzentrum_21-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://jugend1918-1945.de/portal/Jugend/thema.aspx?bereich=archiv&amp;root=26636&amp;id=4927#_ftn4"><i>Fahnenlieder und der nationalsozialistische Fahnenkult.</i></a> NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Projekt „Jugend in Deutschland 1918–&nbsp;1945“, abgerufen am 7. April 2025.</span>
</li>
<li id="cite_note-22"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-22">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Die Feier der Überweisung.</i> In: <i>Die Spielschar.</i> 10, Wolfenbüttel/Berlin 1937, S. 79 und 81.</span>
</li>
<li id="cite_note-23"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-23">↑</a></span> <span class="reference-text">Buddrus 2003, S. 968.</span>
</li>
<li id="cite_note-24"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-24">↑</a></span> <span class="reference-text">Hans-Helmut Dietze: <i>Die Rechtsgestalt der Hitler-Jugend.</i> Berlin 1939, S. 88; zitiert nach Arno Klönne: <i>Jugend im Dritten Reich.</i> Lizenzausgabe, München 1995, S. 19.</span>
</li>
<li id="cite_note-25"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-25">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Deutsches_Reichsgesetzblatt_39T1_066_0709.jpg" class="extiw external" title="c:File:Deutsches Reichsgesetzblatt 39T1 066 0709.jpg">Reichsgesetzblatt 1939, S. 709</a></span>
</li>
<li id="cite_note-26"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-26">↑</a></span> <span class="reference-text">Kathrin Kollmeier: <i>Ordnung und Ausgrenzung. Die Disziplinarpolitik der Hitler-Jugend.</i> Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-35158-1, S. 199–200.</span>
</li>
<li id="cite_note-27"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-27">↑</a></span> <span class="reference-text">Kathrin Kollmeier: <i>Ordnung und Ausgrenzung. Die Disziplinarpolitik der Hitler-Jugend.</i> Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-35158-1, S. 199.</span>
</li>
<li id="cite_note-28"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-28">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Deutsches_Reichsgesetzblatt_39T1_066_0710.jpg" class="extiw external" title="c:File:Deutsches Reichsgesetzblatt 39T1 066 0710.jpg">Reichsgesetzblatt 1939, S. 710</a></span>
</li>
<li id="cite_note-29"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-29">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Hitler-Jugend.</i> In: Wolfgang Benz, Hermann Graml u.&nbsp;a. (Hrsg.): <i>Enzyklopädie des Nationalsozialismus.</i> Klett-Cotta, Stuttgart 1997, ISBN 3-608-91805-1, S. 513.</span>
</li>
<li id="cite_note-30"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-30">↑</a></span> <span class="reference-text">Als Beispiel für Sanktionen gegen Verweigerer an höheren Schulen: <i>Mitteilungen der <a href="Karl-May-Gesellschaft" title="Karl-May-Gesellschaft">Karl-May-Gesellschaft</a></i>, Nr. 188, Juni 2016, S. 1: Interview mit <a href="Claus_Roxin" title="Claus Roxin">Claus Roxin</a> (ehem. Vorsitzender, Jahrgang 1931) Zitat: „Immerhin habe ich mich … zeitweise auch dem <i><b>Jungvolk</b></i> entzogen (Bis man mir die Bestrafung mit einer Nichtversetzung androhte).“</span>
</li>
<li id="cite_note-31"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-31">↑</a></span> <span class="reference-text">Kathrin Kollmeier: <i>Ordnung und Ausgrenzung. Die Disziplinarpolitik der Hitler-Jugend.</i> Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-35158-1, S. 203.</span>
</li>
<li id="cite_note-32"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-32">↑</a></span> <span class="reference-text">André Postert: <cite style="font-style:italic">Freiwilligkeit und Verpflichtung – Widersprüche der nationalsozialistischen Jugendorganisationen in ihrer Entwicklung</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Totalitarismus und Demokratie - Zeitschrift für internationale Diktatur- und Freiheitsforschung</cite>. <span style="white-space:nowrap">Nr.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>13</span>, 2015, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>185–205</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://hait.tu-dresden.de/media/zeitschrift/TD_12_02_Postert.pdf">tu-dresden.de</a> [PDF]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Hitlerjugend&amp;rft.atitle=Freiwilligkeit+und+Verpflichtung+-+Widerspr%C3%BCche+der+nationalsozialistischen+Jugendorganisationen+in+ihrer+Entwicklung&amp;rft.au=Andr%C3%A9+Postert&amp;rft.date=2015&amp;rft.genre=journal&amp;rft.issue=13&amp;rft.jtitle=Totalitarismus+und+Demokratie+-+Zeitschrift+f%C3%BCr+internationale+Diktatur-+und+Freiheitsforschung&amp;rft.pages=185-205" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-33"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-33">↑</a></span> <span class="reference-text">Michael Buddrus: <cite style="font-style:italic">Totale Erziehung für den totalen Krieg. Hitlerjugend und nationalsozialistische Jugendpolitik, Teil 1</cite>. München 2003, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>288</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Hitlerjugend&amp;rft.au=Michael+Buddrus&amp;rft.btitle=Totale+Erziehung+f%C3%BCr+den+totalen+Krieg.+Hitlerjugend+und+nationalsozialistische+Jugendpolitik%2C+Teil+1&amp;rft.date=2003&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=288&amp;rft.place=M%C3%BCnchen" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
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